Nach unserem gemütlichen Gammeltag, an dem es wirklich den ganzen Tag nur durchgeregnet hat und man nicht mal zum Auto gehen konnte, weil man danach komplett nass war, stand dann unsere GROßE Wanderung an. In der Früh und am vorherigem Abend war noch ein ewiges Hin & Her, ob unser gebuchter Shuttlebus zum Berg fährt oder nicht und wie nun die genaue Wettervorhersage ausfällt. Es gab hier mehrere Busse und auch Anbieter, die einen entweder zum End- oder Startpunkt gebracht haben, damit man nach der Wanderung wieder an seinem Auto landet oder eben die einen hinbringen und zurückfahren! Letztlich sollten wir nochmal um 7 Uhr in der Früh antanzen, wo sie uns dann eröffnet haben, dass sie unseren One- Way- Shuttle gekenzelt haben und dafür ein anderer fährt (leider mussten wir für den sogar noch draufzahlen :/), der am Ende des Alpine Crossing Tracks auf uns wartet, da die Wetterconditions auf der Spitze ziemlich ruppig vorausgesagt sind, mit 75kmh Windgeschwindigkeit und -9 °C auf dem Gipfel!! Sie wollten deshalb sicherstellen, dass jeder wieder heil auf der anderen Seite ankommt oder umdrehen kann, wann immer er möchte. Um 8am saßen wir also alle endlich im Bus richtung Carpark (1200m), der am Fuße des Berges lag, von wo aus wir losgestartet sind, auf einen der schönsten und meist bewanderten Tracks in ganz NZ! Wir wurden auch nochmal gewarnt, dass wir gut aufpassen und das Wetter nicht unterschätzen sollen, ob wir alle gut ausgerüstet und warm eingepackt sind, usw. …hier mussten nämlich schon öfter Leute per Helikopter gerettet werden! Mit vollgepackltem Rucksack haben wir das erste Stück über Holzstege, kleine Bächlein, durch Gestein- und Steppenlandschaft zurückgelegt und an den Soda Springs (Wasserfall) vorbei, bis der Weg in Treppen überging und ab da an wurde es dann langsam gut kalt und die Warnschilder, die vor allem möglichen gewarnt haben wie z.B „Keep to the Track!“ oder „Obacht, falling rocks!“ immer mehr…
Weiter hoch gings dann mit starkem Seitenwind der einen manchmal ein bisschen aus der Spur gebracht hat und man aufpassen musste, dass man nicht umgefegt wird ;). Bald wurde schon die nächste Kleiderschicht angelegt, weils einem so um die Ohren gepfeift hat und das Gesicht abgefroren ist! Da wurde es dann schon kritisch, immer die Kamera rauszuholen, weil man seine Hände danach noch ein Stück weniger gespürt hat!! Als wir den Tongariro -der auf ca. 1960m liegt- erklommen haben und oben angekommen sind, hatte man eine atemberaubende Aussicht auf den Red Crater, den riesigen Blue Lake und die gelb-türkisenen Emerald Lakes!! Einfach unglaublich, dass sowas mitten auf dem Berg auf natürliche Weise entsteht!! Waren dann doch froh, dass wir noch einen Tag und den Regen abgewartet haben, weil wir bis auf ein paar einzelne Wolken super blauen Himmel hatten… mit Kälte UND Regen wärs auch bestimmt nicht allzu spaßig gewesen. Zunächst haben wir versucht den Gipfel zu überqueren, auf dem der Wind so stark war, dass es einen fast umgehauen hat und die Leute teilweise nur in der Hocke laufend vorangekommen sind!! Da haben sich die 75kmh Windgeschwindigkeit und fast -10 Grad, laut Wetterbericht, bewahrheitet! Die spinnen doch, Leute wir haben SOMMER!!
Nach dem Abstieg bis zu den ganzen farbigen Seen gabs erstmal eine Brotzeit, mit einem Blick auf den schneebedeckten Mt. Ruapehu, dem über 2000m hohem Mt. Ngauruhoe und Aussicht aufs Tal… es war wirklich Wahnsinn!!! Es kam einem vor allem so unreal vor, weil es einfach zu schön war, mit der Landschaft die sich endlos weit erstreckt hat 🙂 Auf einem geschlängeltem Weg gings dann wieder runter mit einer fantastischen Aussicht aufs Tal und dem Lake Taupo, noch ein Stück durch den angenehm schattigen Wald (je weiter runter wir gekommen sind, hat einem die Sonne wieder brutal heiß auf den Kopf gebrannt, da war man froh über jedes Fleckchen Schatten!), der aber kein Ende nehmen wollte. Nach einer gefühlten Ewigkeit, wieder bergauf & bergab sind wir auf der anderen Seite vom Berg angekommen und perfekt getimet in den Shuttle gehüpft, der schon bereit stand! Von der 19,4 km- Wanderung waren wir zum Schluss relativ erledigt und haben die Rückfahrt mit einem letzten Blick auf die Schneegipfel, des National Parks genossen. Die sieben Stunden und 700 Höhenmeter haben sich auf jeden Fall gelohnt, obwohl es schon fast einer Massenwanderung geglichen hat, weil sich die Menschengrüppchen nie ganz verlaufen haben. Aber trotzdem war diese Wanderung bisher, die beste, schönste und wahrscheinlich auch längste 🙂 meines Lebens!!



























