Nach dem ersten Tag an dem wir zwischen Kirschbäumen rumgewuselt sind und wie wild gepflückt haben damit wir unsere Buckets voll bekommen, wurden wir zu den Blueberries versetzt, weil die Kirschen anscheinend erst wieder reifen müssen. Wir sollten also am nächsten Tag- um 7:30, noch früher als sonst, auf der Blaubeerplantage antanzen und haben dort auch nochmal eine kurze Einweisung von Alicia bekommen. Einer kleinen Frau mit lila Frotteemütze und Kopftuch, die sehr gerne ihre Autosoundanlage benutzt, alle Türen offen stehen lässt, um ihre Blaubeerbüsche mit „Musik aus aller Welt“ zu beschallen! Dadurch wachsen sie wohl schneller …oookkee! Ziemlich abgedreht die Gute ;P, da kam es dann auch schon vor das wir mit Oldies oder Titanic- Songs zugedröhnt wurden… Sie meinte auch gleich am Anfang das es hier bei ihren Blaubeeren (die selbst alle vor 8 Jahren gepflanzt hat) viel chilliger ist und nicht so laut und hektisch. Die Atmosphäre war echt super entspannt, man hat eine Reihe zugewiesen bekommen (die so um die 100m lang ist) und ist dann mit seinem Trolley durch die Reihe gefahren und hat währenddessen die Büsche von der einen Seite abgeerntet. Eigentlich voll easy nur das man noch größere Kisten hat wie bei den Kirschen, die sich noch langsamer befüllen lassen. In einen passen 7-9 kg rein und am Tag schafft man so um die 4 Buckets… außer eine Vietnamesin die 10 pro Tag voll kriegt! Ich hab absolut keine Ahnung wie?!?! Aber solche Maschinen gibt’s auch bei den Cherries, die dann 50 Eimer schaffen! Ist mir echt ein Rätsel, das ist unmöglich, selbst wenn man nur Schlechte reinpackt!! Nachdem hier bei den Blueberries eh niemand über den Mindestlohn kommt, ist der Druck gleich mal raus und man kann sich schön Zeit lassen. Derweil hat jeder seine Musik oder Hörbuch laufen. Alle paar Stunden kommt noch ein Bucketboy vorbei und holt deine Kiste ab, man musste also nur zwischendurch aufstehen um die hohen Büsche abzuerneten oder die Reihe zu wechseln, ansonsten konnte man die restlichen Zeit auf seinem Wägelchen sitzen bleiben. Das geht aber nach teilweise 12h gut auf den Rücken, dazu noch den ganzen Tag Röstmodus von der prallen Sonne …am Abend also nur noch geschafft ins Bett gefallen und manchmal gabs davor noch eine Rückenmassage.
Wir hatten das Glück dass wir – wie bei unserer letzten Arbeit – jeden zweiten Tag auf einem Kostenlosen schlafen konnten und dazwischen immer auf dem „Luxuscampingplatz“ mit Wlan und Dusche übernachtet haben, damit wir bisschen Geld sparen ..ich sag nur LowLifeSchickimicki 😀 Dort haben wir uns so heimisch gefühlt, dass wir öfter mal unser ganzes Graffi liegen gelassen haben! Als wir dann wieder dort waren: “ Ach hier ist also unser Geschirr.“, das dann immer noch abgetrocknet neben der Spüle stand 🙂 Solche Dummköpfe!! Apropos Geschirr, haben letztens unsere Schüssel überfahren, die unterm Auto lag :’D die war danach leider nicht mehr heile …unsere Bratpfanne ist dagegen nur mit einer kleine Dulle davongekommen! War ja nicht das erste mal das uns was unter die Räder gekommen ist und whsl auch nicht das letzte…
Nach ein paar Tagen wurden wir also wieder bei den Cherries eingeteilt. Da hieß es wieder Hetzerei, Leiterschleppen, im Baum rumkraxeln und so schnell wie möglich den Kübel vollkriegen. Zurück bei den Supervisern Tina, Steffen (der übrigens aus Deutschland ausgewandert ist und jetzt hier arbeitet) und natürlich den Bucketboys die den ganzen Tag mit ihren Quads und Anhänger durch die Plantagereihen gebrettert sind, ihre Mukke laut an hatten und im Gegensatz zu uns richtig fun! Bei uns gabs aber auch den einen oder anderen Lacher, mit einer wild durchgemixten Truppe Deutscher (was sonst!) aus verschiedenen Bundesländern, die ganz witzig drauf waren und uns Bayern immer verarscht haben… z.B. mit „so ein Schmarrn!“ das packen die nicht wenn sie das hören 😛
Das BESTE war aber immer noch, dass wir so viele Kirschen und Blaubeeren gegessen haben, wie ging!! Ich hab manchmal echt schon Bauchweh bekommen, weil ich mich so überfressen habe, die waren einfach zu lecker ♡
Am Samstag, also nach genau 2 Wochen, haben wir per SMS eine Nachricht gekriegt, dass es keine Arbeit mehr gibt! Wir wussten zwar das die Saison bald zu Ende ist, aber nicht das sie uns vorher kein Wort sagen, sondern uns einfach so abservieren :€ Die haben das so hingedreht, dass wir unseren Kram fürs Pflücken an dem Platz wo wir aufgehört haben stehen lassen sollten, damit wir da morgen weitermachen können ..und dann kam abends die Benachrichtigung!! Wir hätten uns schon gerne noch von allen verabschiedet, bevors weiter geht!










